Mit zunehmendem Alter wird die Knochenerneuerung weniger effizient durchgeführt, was zu einer allmählichen Abnahme des Knochenkapitals führt. Bei Frauen beschleunigt die Menopause diesen Verlust aufgrund des Rückgangs von Östrogen, einem Hormon, das die Knochenmasse schützt. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, bereits in jungen Jahren vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, um das Knochenkapital zu maximieren und das Risiko von Knochenbrüchen und Osteoporose in späteren Jahren zu verringern.
Was ist das Knochenkapital?
Das Knochenkapital bezeichnet die maximale Menge an Knochengewebe, die ein Mensch am Ende seiner Wachstumsphase angesammelt hat. Diese Phase, die als Höhepunkt der Knochenmasse bezeichnet wird, liegt in der Regel um das Alter von 30 Jahren. Ein Schlüsselindikator für das Knochenkapital ist die Knochendichte, die die Menge an Mineralien (hauptsächlich Kalzium und Phosphor) in einem Knochenvolumen misst. Eine gute Knochendichte bedeutet starke und widerstandsfähige Knochen, wodurch das Risiko von Knochenbrüchen und Krankheiten wie Osteoporose verringert wird.
Wie wird das Knochenkapital gemessen?
Die Messung des Knochenkapitals erfolgt mithilfe der Knochendichtemessung, die auch als Dual-Energy X-Ray Absorptiometry (DEXA) bezeichnet wird. Mit dieser Technik lässt sich die Knochenmineraldichte (BMD) genau bestimmen und das Risiko einer Osteoporose erkennen, bevor es zu Knochenbrüchen kommt. Sie ist schmerzlos, schnell und stellt den Goldstandard für die Bewertung des Knochenkapitals dar.
Welche Faktoren beeinflussen das Knochenkapital?
Mehrere Faktoren spielen eine Rolle bei der Entwicklung und Erhaltung des Knochenkapitals. Die Genetik beeinflusst etwa 60-80 % der Variation der Knochendichte, aber auch der Lebensstil ist entscheidend. Eine kalzium- und vitamin-D-reiche Ernährung, regelmäßige körperliche Betätigung, Vermeidung von Tabak- und übermäßigem Alkoholkonsum tragen zur Optimierung des Knochenkapitals bei. Hormone, wie z. B. Östrogen bei Frauen, spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Regulierung der Knochenmasse.
Wie kann man sein Knochenkapital erhalten?
Um Ihr Knochenkapital zu erhalten, sollten Sie :
Wie beeinflusst die Ernährung das Knochenkapital?
Eine ausgewogene Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Erhaltung des Knochenkapitals. Kalzium und Vitamin D sind besonders wichtig für die Knochengesundheit. Kalzium ist ein wesentlicher Bestandteil der Knochen, während Vitamin D für die Aufnahme von Kalzium im Körper erforderlich ist. Es wird empfohlen, Milchprodukte, grünes Gemüse, fetten Fisch und mit Kalzium und Vitamin D angereicherte Lebensmittel zu verzehren. Eine Ernährung, die schon in jungen Jahren einen Mangel an diesen Nährstoffen aufweist, kann den Aufbau eines optimalen Knochenkapitals einschränken und das Risiko von Knochenerkrankungen im späteren Leben erhöhen.
Kann einmal verlorenes Knochenkapital wieder aufgebaut werden?
Es ist schwieriger, das Knochenkapital wieder aufzubauen, wenn einmal ein erheblicher Verlust eingetreten ist. Es können jedoch Maßnahmen ergriffen werden, um den Knochenverlust aufzuhalten oder zu verlangsamen, die Knochendichte zu verbessern und das Risiko von Knochenbrüchen zu verringern. Dazu gehören eine kalzium- und Vitamin-D-reiche Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und je nach Fall ärztlich verschriebene Medikamente. Diese Medikamente können helfen, die Knochen zu stärken, aber sie müssen von einem gesunden Lebensstil begleitet werden, um wirksam zu sein.
Kann körperliche Betätigung das Knochenkapital verbessern?
Ja, körperliche Betätigung wirkt sich positiv auf das Knochenkapital aus. Aktivitäten, die den Körper zwingen, gegen die Schwerkraft zu arbeiten, wie Gehen, Laufen, Springen und Impaktsportarten, sind besonders wirksam, um die Knochenbildung anzuregen und die Knochendichte zu verbessern. Auch Widerstandsübungen wie das Heben von Gewichten tragen zur Stärkung der Knochen bei. Regelmäßiges Training, insbesondere in der Jugend und im jungen Erwachsenenalter, kann den Spitzenwert der Knochenmasse erhöhen und sich langfristig positiv auf die Knochengesundheit auswirken.
Sind Nahrungsergänzungsmittel notwendig, um eine gute Knochensubstanz zu erhalten?
Nahrungsergänzungsmittel mit Kalzium und Vitamin D können für einige Menschen sinnvoll sein, insbesondere für diejenigen, die nicht genügend dieser Nährstoffe über die Ernährung aufnehmen können. Vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ist es wichtig, dass Sie mit einer medizinischen Fachkraft sprechen, um Ihren individuellen Bedarf zu ermitteln und eine Überdosierung zu vermeiden, die unerwünschte Nebenwirkungen haben kann. Eine ausreichende Zufuhr dieser Nährstoffe über die Nahrung ist in der Regel besser und natürlicher für den Körper.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen den Wechseljahren und dem Knochenkapital?
Die Menopause hat bei Frauen einen erheblichen Einfluss auf das Knochenkapital. Der Rückgang der Östrogenproduktion, der in den Wechseljahren eintritt, kann den Verlust von Knochenmasse beschleunigen und damit das Risiko von Osteoporose und Knochenbrüchen erhöhen. Deshalb ist es für Frauen besonders wichtig, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Knochengesundheit vor, während und nach der Menopause zu erhalten. Dazu gehören eine kalzium- und vitamin-D-reiche Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und in einigen Fällen die Anwendung einer Hormonersatztherapie, die von einem Arzt besprochen und verschrieben wird.